MYOC - Make your own clothing (and save the world :-)


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Shirt und Hose aus eigener Fertigung 2017.
Aus Begeisterung für Outdoor-Touren mit Liegerad und Kajak habe ich mir nicht nur Liegeräder und Kajaks gebaut, sondern auch die benötigte Ausrüstung dazu. Und da kommt man sehr schnell zum Nähen:
neuere Projekte: Hängematte, Biwakzelt und so Zeug...
Faltboote...
ältere Ausrüstungsprojekte
Eigenbau-Liegeräder
Packtasche fürs aktuelle Alltags-Lasten-Rad
Da ist die Nähmaschine halt immer eine gute Ergänzung der Möglichkeiten. Überwiegend robuste Stoffe habe ich da verarbeitet, bis hin zu LKW-Plane. Einige Nähversuche für Bekleidung kamen dazwischen, ein paar Teile waren dabei gelungen, viele nicht.
Also warum nun Alltagsklamotten? Weil ich besondere Anforderungen an meine Bekleidung entwickelt habe. Weil sich dabei Upcycling betreiben lässt. Weil es nachhaltig ist. Weil es ethisch und ökologisch verträglich ist. Weil diese globalisierte Massenmarkt-Wegwerfmode für mich nicht funktioniert. Weil ich keine Plastikstoffe mehr tragen will. Weil ich es können will. Und weil es entspannt :-)
Meine selbstgenähten Klamotten haben auch heute noch überwiegend Outdoor-Qualitäten. Sie müssen sich zum Radfahren und Wandern eignen, auch bei schlechtem Wetter. Da ist Wolle für mich eine echte Entdeckung. Jedenfalls naturbelassene Wolle, nicht dieses plastizierte Zeugs aus der Sportbekleidung. Und Lodenstoffe aus gebraucht erstandenen Trachtenmänteln, aus denen ich einige schöne Stücke gefertigt habe. Die sind auch bei Regen viel besser als moderne Membranstoffe.
So wie Wolle für kühleres Wetter eine Wiederentdeckung ist, so ist es Leinen für den Rest des Jahres. Und auch dieses gibts als hochwertige Altbestände. Altes handgewebtes Leinen, ganze Ballen, oder günstige Reststücke, sind leicht zu beschaffen. Sie eignen sich gut für Hemden und Hosen.

2018

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08. April: Kurzarmhemd


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Das Kurzarmhemd ist im Aufwand stark reduziert. Keine Brusttasche, keine Ärmelschlitze, keine Manschetten, keine angesetzten Knopfleisten, kein Kent-Kragen. Dadurch war das schon nach 4 Stunden fertig, Zuschnitt inclusive. Ausserdem sieht es sehr 'clean' aus. Ich hatte auch nur ein Stück Feinleinen 2,80m x 78cm mit ein paar kleinen Fehlstellen zur Verfügung, das hat gerade so gereicht.
Änderungen gegenüber bisherigen Hemden:
-Unterer Saum 30mm kürzer. Dadurch sieht es 'aus der Hose' getragen besser aus.
-Quetschfalte weggelassen, dadurch 8cm weniger Umfang. Auch das sieht 'aus der Hose' getragen besser aus.
-Kurze Ärmel, Saum 25mm breit, 2x nach aussen umgeschlagen und knappkantig abgesteppt.
-Knopfleisten nicht angesetzt, sondern Vorderteil-Zuschnitt hier um 20mm verbreitet.
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Vorgehensweise:
1. Knopfleisten 15mm nach innen bügeln und per Zickzack die Schnittkante gegen den darunterliegenden Stoff nähen. Dann nochmal 20mm nach innen bügeln und an der Aussenkante entlang knapp absteppen (siehe Foto oben). Die Innenkante steppe ich hier nicht ab, das ergibt einen cleaneren Look. Die Knöpfe und Knopflöcher halten das auch so zusammen.
2. Den unteren Saum zwei Mal um 10mm einschlagen und knappkantig absteppen entspr. Originalanleitung.
3. Rückenteil mit Schulterbesätzen verbinden entspr. Originalanleitung.
4. Vorderteile mit Schulterbesätzen verbinden entspr. Originalanleitung.
5. Stehkragen einsetzen.
6. Ärmel einsetzen entspr. Originalanleitung.
7. Knopflöcher fertigen und Knöpfe annähen.

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06. April: Hemdkragen

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Mit Kragen habe ich gerade erst angefangen, und ich habe andere Vorgehensweise gesehen. Eine davon ist, den Kragen mit Kragensteg komplett vorbereitet an den Halsausschnitt anzusetzen. Dann muss das aber auch alles genau passen. Bei meiner Vorgehensweise kann ich alle Zuschnitteile auf den Halsausschnitt anpassen, in dem Moment, wenn ich sie anbringe.
Hier mal meine aktuelle Vorgehensweise, abgeleitet vom Stehkragen meines Probehemds (guckt zuerst hier):
1. Äusserer Kragensteg rechts auf rechts an den Halsausschnitt vom Hemd annähen. Nahtzugabe zurückschneiden auf 8mm. Kragensteg nach oben bügeln.
2. Verlängerungslinie von den Knopfleisten an den Kragensteg anzeichnen. Nahtzugabe an der oberen Zuschnittlinie des Kragenstegs anzeichnen, da wo sie die Verlängerungslinien kreuzen. Die Länge zwischen diesen Linienkreuzen Minus 4cm ergibt die Kragenlänge an der Nahtlinie.
3. Kragenteile in passender Länge links auf links vernähen, untere Kante offen lassen. Beischneiden, wenden, Spitzen ausarbeiten und bügeln.
4. Am inneren Kragensteg die untere Kante an der Nahtlinie nach innen bügeln.
5. Alles zusammenstecken: Kragen rechts auf rechts auf den äusseren Kragensteg. Da drauf den inneren Kragensteg, rechte Seite nach innen. Dann alles zusammennähen wie im Foto oben. Nahtzugabe zurückschneiden auf 8mm.
6. Wenden, bügeln, ausrichten, zusammenstecken und von aussen an der unteren Kante des Kragenstegs zusammennähen.
7. Kragen nach unten falten und bügeln. Er sollte etwas über dem Kragensteg gefaltet werden.

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04. April: Neuer Stoff

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Mal wieder auf ebay geshopped: Altes Leinen für neue Klamotten.
Rechts vier Bettlaken aus den 1930er Jahren, maschinengewebt, unbenutzt, eine leichte Qualität. Der Stoff fühlt sich hart und kühl an. Die Fasern wurden halt noch nicht viel bewegt. Daraus mache ich vier Hemden.
Links vier Abschitte aus einem Ballen von je 2 Metern Länge und 80cm Breite, etwas stärkere Qualität, aber fühlt sich weich an. Daraus mache ich eine Hose und eine Jacke.

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26.-28. März: Weitere Leinenprojekte: Hose, Flatcap und Weste


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25. März: Leinenhemd


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Ein Hemd an einem Tag, das hatte ich auch noch nicht. Aber da die Vorgehensweise mir gerade noch frisch vor Augen lag, lief es wie am Schnürchen.

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20. - 24. März: Probehemd

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Ein weiteres Projekt für den Sommer: Ein Probehemd aus günstiger Baumwolle.
Probehemd? Naja, ich denke da im Anschluss an ein paar Hemden aus altem Leinenstoff. Ein Ballen ist schon auf dem Weg, wobei noch nicht klar ist, ob das für Hemden fein genug ist. Ausserdem gibts einen Vorrat von über 250 alt/unbenutzten Perlmuttknöpfen in Hemdknopfgröße in Weiß, Natur und dunkleres Grau. Die waren auf Ebay sehr günstig. Kein Anlass also, Plastikknöpfe zu kaufen.
Der Schnitt ist der Burda 04/2013 #137 Herrenhemd mit Quetschfalte. Oben links das fertige Hemd mit Bart und Bauch, rechts die Zuschnitte für die größeren Teile.

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06. - 11. März: Leinenhose

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Jetzt sind ein paar Winterklamotten fertig geworden, aber der Sommer steht vor der Tür. Zeit, sich um passende Kleidung zu kümmern. Bei durchschnittlichen Temperaturen kann ich vorhandene Sachen tragen, wie z.B. die Jeans. Nur wenn es wärmer wird, wäre das zu warm. Leinen soll ja dann angenehm zu tragen sein. Also muss eine Leinenhose her (und Leinenhemden später vielleicht auch).
Grundlage ist das Schnittmuster für eine Bundfaltenhose Burda 03/2013 #7022, das man für 4 Euro als Download zum selber ausdrucken bekommen kann. Das stellt zwei Varianten bereit: Mit engen Beinenden oder mit weiten Beinenden. Der Bereich bis Schritthöhe ist identisch geschnitten. Ich verwende den Schnitt für die breiten Beinenden, mache diese aber 8cm im Umfang schmaler. Weil 60cm sind definitiv zu viel :-)

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03. - 04. März: Flat Caps

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Aus Stoffresten habe ich mir übers Wochenende drei Flatcaps genäht. Dazu kam der Schnitt der Florent Cap zum Einsatz:
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Den Schnitt bekommt man passgenau, wenn man vorher ein Profil anlegt und sein Kopfmaß angibt. Es sieht überschaubar aus, das richtig zusammenzunähen ist aber nicht einfach. Bei der ersten Kappe habe ich noch einiges falsch gemacht. Tragbar ist sie trotzdem.
Ich zeige das anhand der Jeans-Kappe, da man es hier besonders gut erkennen kann.

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27. Februar - 1. März: Merino-Feinwalk-Pullover

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   Um einen alten Fleece-Pullover zu ersetzen und so wieder ein Stück Plastik aus meinem Kleiderschrank zu verbannen, nähe ich mir einen Pullover. Der soll die gleichen, oder noch bessere Eigenschaften haben wie der Fleecepullover. Also leicht, bequem, wärmend, nicht zu dick, und schlicht. Mein alter Fleece-Pullover hat mal 6 Euro gekostet. Sowas kaufe ich längst nicht mehr.

Merino-Feinwalk habe gab es bei naturstoff.de. Das war ein 100-Euro Einkauf, und dabei noch ein preisreduziertes Reststück. Kein billiges Projekt also.

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Der gute Stoff wurde erst mal vorgewaschen um ihn dabei zu imprägnieren, er riecht nämlich überhaupt nicht nach Schaf :-). Der Stoff ist dabei von 195cm Länge auf 160cm eingelaufen, also um 15%! Mit um die 5% hätte ich ja gerechnet. Die 160cm Länge reichen nun gerade so aus. Wahrscheinlich wurde der Stoff zu lange eingeweicht. Auf Rückfrage bei naturstoff.de kamen folgende Empfehlungen: Pflegeanleitung. Anscheinend kann man Wolle nach dem trocknen aber auch wieder dehnen.
Möglich, dass es am Einlaufen liegt, wodurch das Material ja noch verdichtet wurde, und am imprägniern mit Wollwachs, es ist jedenfalls sehr stark wasserabweisend. Mit einer Blumenspritze richtig nass besprüht und dann ordentlich zwischen den Händen 'geklatscht', die Rückseite blieb trocken. Das funktioniert anscheinend noch besser als beim Lodenstoff (da darf man nicht zu viel drauf batschen). Damit kann man bei Regen nur im Pullover Fahrrad fahren, passende Temperaturen vorausgesetzt.
In der Zwischenzeit denke ich über das Design nach. Einige Schnitte sind schon gesammelt.

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21. - 26. Februar: Feincord-Jacke

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Dieses Projekt ist letztes Jahr liegen geblieben, das Material lag also schon bereit. Auch die Schablonen hatte ich schon fertig.
Es handelt sich um dunkelblauen Feincord aus Baumwolle (sammelt jeden Fussel auf...). 3 Meter für 28 Euro. Dazu hatte ich noch dünnes Bügelvlies bestellt, das ich im Kragenbereich doppelt aufbügele. Schulterpolster gabs für unter 5 Euro in der Kurzwarenabteilung (in guter Auswahl, da war ich überrascht), Knöpfe gab es günstig auf einem Flohmarkt irgendwann letzten Sommer. Gesamtkosten bisher knapp 45 Euro. Das ist also ein günstiges 'Lernprojekt'
Das Schnittmuster ist ein Burda-Style 134 von April 2013. Der Aufwand ist hoch, schon zwei Abende bin ich nur mit Zuschnitten beschäftigt. Ich schneide jedes Teil einzeln zu, im Bruch gefaltet ist mir das zu ungenau.
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11. Februar: Mein Fazit zu Loden als Alltagsstoff, und meine neue Lodenhose

Es ist schon fast ein Jahr her, dass ich mir eine Jacke und eine Weste aus Loden genäht hatte. Diese beiden Teile habe ich seit dem ständig im Einsatz, von zu warmen Wetterlagen mal abgesehen. Aber die Wetterreichweite ist sehr groß. Von winterlichen Schneeschauern über frühsommerliche Regengüsse bis zu windigen Herbsttagen, ich bin restlos zufrieden mit den Teilen. Fahrradfahren an nassen Tagen? Kein Problem (auf meinen Kurzstrecken, längere Touren bin ich noch nicht gefahren). Bisher ging der Regen nicht durch, gleichzeitig zieht aber die Luft immer leicht durchs Gewebe und transportiert den Schweiss ab. Das ist fantastisch, Schwitzen war gestern. Die Weste wärmt auch zu Hause auf dem Sofa an kühlen Abenden gut.

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2017